
Es ist immer so eine Sache mit den Monstertouren. Sieben Bands an einem Abend ist einerseits wirklich viel und wirkt sich natürlich auf die Spielzeiten der einzelnen Gruppen aus, andererseits sieht man so Bands, die sonst vielleicht gar nicht in Europa touren würden. Insofern: Schon OK so.
Der Tourzirkus beherbergte je drei Metalcore und Deathcore Bands und mitten darunter Protest The Hero. Der Grund meiner Anreise.
Deathcore. Ein Genre an dem ich merke, dass ich alt werde. Ich habe mich vor Jahren immer gefragt was wohl nach New Metal der nächste Trend werden würde. Die Antwort kam in Form von diversen Metalcore Bands, die teils auch bei mir starken Anklang fanden. Alles war schneller, härter und v.a. technisch endlich anspruchsvoll. Nun stellte sich natürlich erneut die Frage: Was kann da noch kommen?
Seit kurzem erblickt man immer häufiger Bandnamen wie Suicide Silence, Bring Me The Horizon oder auch Despised Icon, Whitechapel und Carnifex, auf diversen T-Shirts und langsam wird klar: Diese Bands sind die neuen Sterne am “Trend-Himmel”. Das ganze vereinigt unter der Flagge Deathcore. Musikalisch dem Metalcore mit der Paarung aus Metal und Hardcore gar nicht unähnlich, wobei die Balance von der Band abhängt, aber bei den Vocals gehts zur Sache und statt den oft mit cleanem Gesang gemischten Shouts, hört man nun pure Death Metal Grunzer durch die Boxen.
Gefällt mir gar nicht. Wo bleibt die Emotion? Bei Shouts kann man aus voller Kehle mitschreien aber wer grunzt monoton bei einem Gig mit? Vielen gefällt das aber, wie man an den überschwänglichen Reaktionen bei den ersten zwei Bands Carnifex und Whitechapel merkte. Diese präsentierten sich jeweils 20 Minuten voller Spielfreude vor einem Publikum, wie man es selten bei Openern erlebt.
Dann endlich Protest The Hero live. Ihr aktuelles Album “Fortress” ist einer meiner absoluten Favorites dieses Jahr und stellt eine noch nie da gewesene Mischung dar. Irgendwo im modernen Metal-Genre anzusiedeln aber mit schnellen Melodien, die sich einfach im Kopf einbrennen, und Vocals, die zwischen pathetischem Gesang und Geschrei variieren. Schwer zu beschreiben. Einfach reinhören.
Die kommenden 25 Minuten gehörten ihnen und die fünf jungen Kanadier starteten gleich mit dem Doppelpack “Bloodmeat” und “The Dissentience” vom neuen Album. In weiterer Folge hörte man zum Glück noch drei Songs davon und mit “Nautical” einen vom Vorgänger “Kezia”. Für die Länge eine sehr gute Setlist.
Soundmässig leider nicht der Wahnsinn, natürlich auch durch meinen Platz in der 2. Reihe bedingt, und Sänger Rody sollte vor seinen Auftritten weniger Alkohol konsumieren. Die stimmliche Leistung war zwar tadellos aber geistig anwesend war er nicht.
Die Band war sich ihrer Deplazierung zwischen all den anderen Bands durchaus bewusst. Mit einem gewissen Augenzwinkern entschuldigte sich Rody dafür, dass er nicht schreien kann so wie die Sänger der anderen Bands.
Im März folgt die Zugabe. Da touren Protest The Hero sogar mit The Chariot (!!!) durch Europa. Das wird ein Abend :)
Bloodmeat
The Dissentience
Nautical (?)
Limb From Limb (inkl. Intro, dem Ende von “Palms Read”)
Sequoia Throne
Goddess Bound
Die Architects aus UK waren bereits das dritte Mal in diesem Jahr in Österreich und die ersten Vertreter des Metalcores an diesem Abend. Der Sänger rannte stetig von einem Ende der Bühne zum anderen und alle, mich eingeschlossen, schienen ihren Spaß zu haben.
Als Statistik Freak muss ich anmerken, dass lt. meiner Liste Architects die 500. Band ist, die ich live gesehen habe!
Es folgte die letzte Deathcore Band Despised Icon, die sogar mit zwei sehr ähnlich klingenden Sängern am Start war. Fetter Sound aber wieder nicht meines. Insofern wurde der Gig verplaudert.
Unearth. Die internationale Band, die ich am öftesten “unabsichtlich” live gesehen habe. Heute das vierte Mal und sogar das dritte Mal auf derselben Bühne. Anfangs konnte ich noch wenig mit ihnen anfangen aber inzwischen gefallen sie mir immer besser.
Was soll ich sagen? Eine gut aufgelegte Metalcore Band spielte ihr 40 Minuten langes Set professionell bei druckvollem Sound vor einem Publikum, das förmlich ausrastete.
Dasselbe kann man auch über den Headliner Parkway Drive schreiben. Vor dieser Live Premiere habe ich im Internet diverses über die australische Band gelesen und oft fielen darin Sprüche wie “für das junge Publikum” oder “Kinderband”. Nach dem Auftritt kann ich das absolut nicht nachvollziehen. Die Musik war hart, cleane Vocals gab es nicht und die Band präsentierte sich in Topform. Sehr sympathisch war auch, dass der Sänger gar nicht fassen konnte wie sehr sie abgefeiert wurden.
Kurz nach Mitternacht ging das Licht an, ich plauderte am Merch Stand noch kurz mit zwei Musikern von Protest The Hero und der Abend war zu Ende.
Arena, wir sehen uns bei Opeth!


[...] nicht nur eines der besten Alben der letzten Jahre abgeliefert, sondern auch im Rahmen der Never Say Die! Tour bewiesen, dass sie die Lieder live umsetzen können. Nur leider waren sie neben drei Deathcore und [...]