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Hayseed Dixie @ Szene 08
17. April 2008 @ 22:57

Es gibt Bands von denen hat man noch nie etwas gehört aber ab der Sekunde des ersten Live-Erlebnisses ist man Fan. Einer dieser Fälle trat bei mir letztes Jahr am Nova Rock auf. Eine Band namens Hayseed Dixie stand zu früher Stunde auf der Blue Stage und brachte uns mit ihrer eigenen Interpretation von Country zum Tanzen und Feiern.

Gespielt wurden teils eigene Lieder und teils Covers von bekannten Klassikern. Die Band selbst besteht aus vier ca. 35 bis 45jährigen “simple men” denen man am Look und v.a. der Gesichtsbehaarung schon ansieht was ihre Berufung ist.

Nach der Glanzleistung letzten Sommer war ihr Einzel-Konzert in der Szene natürlich ein Pflichtbesuch.

Wie auf fast jeder Bühne steht auch hier ein Podest für Drums. Für was wird dieses normal genutzt? … Richtig, das Drumkit. Nicht so bei Hayseed Dixie, diese haben keinen Drummer und platzierten so einfach einen Kühlschrank darauf – gefüllt mit Bier.

Um 20:41 Uhr stapfte der Sänger auf die Bühne, stimmte seine Gitarre und die anderen drei Herren folgten nach und nach, kühlten Getränke ein und kümmerten sich ebenfalls um ihre Instrumente. Ein paar Minuten später wurde mit “Kirby Hill” gestartet, was mit tosendenem Applaus von den stark durchgemischten Besuchern entgegengenommen wurde. Vor der Bühne standen Leute aus allen Alters- und Gesellschaftsschichten und waren aus einem einzigen Grund hier. Sie wollten einen lustigen Abend mit Hayseed Dixie verbringen.

Vor einigen Monaten veröffentlichte die Band ihr siebentes (!) Album namens “No Covers”. Der Titel ist Programm und von diesen 14 Eigenkompositionen wurden einige vorgetragen. Die Texte der meisten Lieder ist von Tourgeschichten des letzten Jahres inspiriert und so manche davon wurden als Einleitung zu den Songs erzählt. So erfuhr man vor “Born To Die In France”, dass Sänger Barley Scotch von England in die Schweiz per Motorrad zum Highfield Festival reiste. Dabei musste er quer durch Frankreich und hat dabei keine einzig nette Person getroffen. Außerdem ist man Fan von “stupid terrorists” wie man in “Set Myself On Fire” besingt.

Dabei merkte man, dass die Band nicht nur Talent hat musikalisch zu unterhalten sondern auch die Geschichten tragen einen wesentlichen Teil zum Live-Erlebnis bei.

Weitere neue Lieder waren “Trickle Down”, “Bouncing Betty Boogie” und das Instrumental “Stonewall Hicks” – mit Intro direkt vom Handy.

Zum “love song from Elton John to George Michaels” wurde gebeten die Disco-Kugel zu aktivieren, weil man wollte dass es “as gay as possible” ist. Diese Bitte kam vor dem Scissor Sisters Cover “I Don’t Feel Like Dancin’”.

Im Verlauf der gut 100 Minuten spielte sich die Band quer durch ihre sieben Alben. So gab es natürlich weitere Covers, wie T.N.T. (AC/DC), You Shook Me All Night Long (AC/DC), Walk This Way (Aerosmith), Centerfold (The J. Geils Band) oder Ace Of Spades (Motörhead), aber auch eigene Songs. Nach einer Geschichte über seinen Großvater (“the meanest person I ever met”) folgte “Corn Liquor” und eine weitere Erzählung über eine Ex-Freundin leitete “I’m Keeping Your Poop” ein. Der Text dieses Liedes sagt alles.

Am Ende des Konzertes wurden mit War Pigs (Black Sabbath), Holiday (Green Day) und Highway To Hell (AC/DC) die wohl bekanntesten Covers ausgepackt. Wir feierten diese direkt vor der Bühne mit einem Square Dance und anderen Aktionen.

Vor Beginn der Zugabe rief man dazu auf sie nachher am Merch-Stand zu besuchen und dumme Fotos mit ihnen mit einer Handy-Cam zu schießen. Diesem Aufruf folgten wir nach dem letzten Lied “Duelling Banjos” natürlich gerne und nach einem Konzert und weiterem Spaß mit der Band, traten wir den Weg nach Hause an.

Dabei schmiedeten wir den Plan die Band auf der kommenden Tour nach Hagenberg einzuladen … theoretisch sicherlich möglich und DAS wäre mal eine Party. Hayseed Dixie im Eiskeller vor ein paar 100 betrunkenen Studenten.

Mal schauen was 2009 bringt!

Concert Review



fast machine

thx für diesen bericht!

hat mich echt gefreut, dass es auch in ö-reich ein (sehr breitgefächertes) publikum & mittlerweile sehr eingefleischte fans gibt. hab die typen vor paar jahren auf einer sehr legendären schottischen tour “kennengelernt” ;) & war (besonders nach dem nova.rock-auftritt letztes jahr) sehr gespannt auf das konzert in wien & ebenso auf die leute VOR der bühne.

WAS für eine nacht, wahnsinn!

hab noch eine frage – gibz fotos?
wenn ja, wär ich sehr dankbar über nen link bzw. ein mail! ich würde sie selbstverständlich nur zu “privaten zwecken” (nämlich: in nostalgie schwelgen) verwenden & nicht an die sensationspresse weiterverscherbeln o.ä. ;)

19. April 2008 @ 03:48

Danke für das positive Feedback.

Die wenigen (schlechten) Fotos, die ich gemacht habe, findest du, wenn du auf das eine im Beitrag klickst.

Bis zum nächsten Mal ;)

20. April 2008 @ 23:04



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